07.11.2008

Kommt eine Bühne geschwommen

Reduzierte Servicekosten: Statt eines herkömmlichen Brückenuntersuchungsgerätes wurde eine Duisburger Hafenbrücke mit einer "normalen" Lkw auf Schwimmponton untersucht

Brückenprüfung mit Hindernissen

Mit der routinemäßigen Sicherheitsüberprüfung der vor 75 Jahren erbauten Hubbrücke über das Becken des Nordhafens in Duisburg-Walsum standen die Prüfingenieure vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

Die bisher angewandte Untersuchungsmethode mittels eines Brückenuntersichtgerätes ist ein ausgesprochen kostspieliges Verfahren. Daher wandte sich der Kunde an die Duisburger Gerken-Niederlassung auf der Suche nach einer günstigeren Alternative: der Prüfung vom Wasser aus. Aufgrund der unbefahrbaren Ufer war hierfür allerdings eine "schwimmende Lösung" erforderlich.

Dieses Verfahren wurde vom Gerken-Team eingehend auf Machbarkeit geprüft und nahm schnell konkrete Formen an. Gegenüber der Untersuchung mit einem Brückenuntersichtgerät wurde eine Ersparnis von etwa 50 Prozent errechnet. Nach einigen Telefonaten mit den Hafenbehörden und einer Reederei erfolgte die Beauftragung durch das Ingenieurbüro, das Team begann mit der Planungsarbeit.

Ungewöhnlicher Einsatz: Um den Ponton im Einsatz zu stabilisieren, erhielt die schwimmende Arbeitsplattform vier zusätzliche Stützen

Nachdem schließlich alle notwendigen Genehmigungen vorlagen, begann an einem freundlichen Herbsttag der Einsatz: Aus dem nahe gelegenen Hafen in Mülheim fuhr ein Schubverband mit Ponton über die Schleuse am Pontwert zum Duisburger Containerterminal, wo die Lkw-Arbeitsbühne vom Typ GL30 über eine Rampe verladen wurde. Der Ponton war vom Gerken-Mietservice mit einem 140-kW-Stromgenerator ausgestattet worden. Unter anderem lieferte dieser den Strom für die vier jeweils acht Meter langen Hydraulikstützen, die eigens für diesen Einsatz moniert wurden. Während des Einsatzes stemmten sich diese Stützen gegen den Boden des Hafenbeckens und stabilisierten den Ponton für einen schaukelfreien Einsatz der Arbeitsbühne.

Nach kurzer Fahrt erreichte der Schubverband seinen Einsatzort im Walsumer Nordhafen. 100 Meter Stahlbrücke mussten nun von den Prüfingenieuren genauestens untersucht und dokumentiert werden. Der Arbeitsponton wurde dazu während des zweitägigen Einsatzes einige Male versetzt, um jeden Punkt der Brücke mit dem Arbeitskorb anzufahren. Abschließend konnten die Prüfingenieure nicht nur der Zustand der Brücke fest-, sondern in Zusammenarbeit mit der Gerken-Mannschaft auch die Grenzen des zuvor veranschlagten Budgets einhalten.

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