19.07.2010

Mobilkran-Einsatz am Frankfurter Flughafen

Foto: Liebherr

Flugzeug-Querverkehr

In gut einem Jahr soll die im Bau befindliche Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen ihren Betrieb aufnehmen. Zwei Liebherr Mobilkrane vom Typ LTM 1500-8.1 haben nun die Betonträger für die größere der beiden Rollbrücken platziert.


Darauf werden künftig die Passagierflugzeuge über ICE-Trasse, Autobahn und Airport-Ring zum Flughafengelände rollen. 20 Nachteinsätze waren notwendig, um die 275 mächtigen Träger aus Stahlbeton einzuheben.

Eine ausgetüftelte wie aufwändige Logistik sorgte unter Ausführung des Bauunternehmens Max Bögl für einen reibungslosen Ablauf an der Großbaustelle. Ab jeweils 22 Uhr wurde eine Fahrtrichtung der Bundesautobahn A5 gesperrt, dann setzten die Männer des Maintaler Kranbetreibers Eisele ihre beiden mit Wippspitze aufgerüsteten LTM 1500-8.1 vom Standstreifen der Autobahn auf die Fahrspuren um. Nach etwa einer Stunde waren die Großkrane fertig ballastiert und einsatzbereit, um mit dem Verlegen der Träger über der A5 zu beginnen. Zudem wurden ab Mitternacht für vier Stunden auch die Züge der ICE-Trasse umgeleitet. In diesen engen Zeitfenstern musste dann das nächtliche Pensum von jeweils etwa 7 Hüben pro Kran absolviert werden. 

Angeliefert wurden die Fertigteile vom Gelände der ehemaligen US-Airbase, wo die Träger vom Bögl-Werk in Neumarkt via Frachtbahnhof Frankfurt angeliefert und zwischengelagert worden waren. Von einem Liebherr-Raupenkran LR 1350/1 wurden die Binder dort auf Tieflader gesetzt. Über die leere Autobahn lieferten die Zugmaschinen etwa im halbstündigen Takt die Träger unter die Haken der beiden 500-Tonnen-Autokrane, die dann nahezu synchron ihre Lasten über Fahrbahn und Bahngleise einhoben.

Rund 68 t schwer waren die 30 m langen Elemente, die bei einer Ausladung von etwa 22 m über der Bahntrasse abgesetzt wurden. Ausreichend dimensionierte Träger mit zwei Meter Breite und über zwei Meter Höhe, die später einmal den Belastungen von darüber rollenden Großflugzeugen wie dem Airbus A380 mit einem Gesamtgewicht von 590 t standhalten müssen. Am Ende wurden die eingeplanten Sperrpausen und Verlegezeiten nicht einmal vollständig benötigt. Vier Nächte früher als geplant waren die letzten Betonträger an der künftigen Flugzeugbrücke positioniert. "Logistisch gesehen war das schon eine Meisterleistung aller Beteiligten", resümierte  Herbert Wieseckl, Einsatzplaner von Max Bögl, zufrieden nach erfolgreichem Abschluss der nächtlichen Kraneinsätze auf der Autobahn.






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