Infrastruktur-Projekt
Waldschlösschenbrücke eingeschwommen
Zu den touristischen Anziehungspunkten in Dresden gehört schon jetzt, je nach Interessenslage, der Neubau der Waldschlösschenbrücke. Jetzt wurde mit dem erfolgreichen Einschwimmen des Brückenkörpers ein Meilenstein in der Realisierung des Bauvorhabens erreicht.
Die Idee für die drei Kilometer östlich vom Stadtzentrum entstehende Brücke reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1996 hatte der Dresdner Stadtrat beschlossen, die Querung zu bauen. Nach einem internationalen Architektenwettbewerb begann 1997 die Projektierung. In einem Bürgerentscheid stimmten über zwei Drittel der teilnehmenden Wahlberechtigten für den Brückenbau, nachdem das Für und Wider des Baus in der Dresdner Bevölkerung zu heftigen Diskussionen geführt hatte.
Zum eigentlichen Baubeginn kam es nach einem langfristigen und komplizierten Planungsprozess schließlich am 19. November 2007. 2009 sprach die Unesco den 2004 vergebenen Welterbetitel für das Dresdner Elbtal wegen des Baus der Brücke wieder ab. Das Bauvorhaben ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass der Verkehrszug Waldschlößchenbrücke voraussichtlich Ende 2011 verkehrswirksam werden kann.
Die komplette Montage des Stahlüberbaus mit einer Masse von etwa 5.500 t erfolgt durch die DFA Industriemontage GmbH aus Meerane. Die eingesetzte Terex-Raupe vom Typ CC 2800 ist seit langem das weithin sichtbare Erkennungszeichen der Baustelle an der Elbe. Um den Brückenbogen als größtes, an Land gefertigtes Teil auf seiner endgültigen Position absetzen zu können, kam am vierten Advent ein kombiniertes Verfahren aus Verschieben und Einschwimmen zum Einsatz, bei dem insbesondere ein gleich bleibender Wasserspiegel benötigt wurde.
SPMT mit Distanz schaffenden Containern stellte das Einfahren der Brücke auf Landseite sicher. Wasserseitig nutzte man einen ausreichend dimensionierten Ponton für den eigentlichen Brückenschlag. Der Brückenbogen der Waldschlößchenbrücke erreichte am Sonntag um kurz vor 13.00 Uhr seine endgültige Position. Bis in den späten Nachmittag beschäftigten sich die Bauarbeiter noch mit Anpassungsarbeiten.
"Ich danke allen beteiligten Firmen und Bauleute, die diese technische Meisterleistung vollbracht haben", sagte Oberbürgermeisterin Helma Orosz. Das Stadtoberhaupt weiter: "Ein ganz besonderer Dank gilt den Kollegen auf tschechischer Seite, die für einen stabilen Pegel gesorgt haben. Ohne diese gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit wäre das Einschwimmen nicht möglich gewesen."
In den nächsten Tagen und Wochen wurde der Brückenbogen mit der restlichen Brückenkonstruktion verbunden. Nachdem der Brückenbogen über die Bogenfüße und Lager fest mit dem Bogenwiderlager verbunden war, konnten die vier Hilfspfeiler entfernt werden. In einem weiteren Schritt wurde dann die Elbe erneut für den Schifffahrtsverkehr freigegeben.
Wenn es die Witterungsverhältnisse erlauben, kann Anfang 2011 mit der Komplettierung der noch fehlenden drei Stahlteilen begonnen werden. Für die komplette Brücke fehlen noch die Anschlüsse an den Brückenbogen auf Altstädter und auf Neustädter Seite sowie ein Stahlteil über dem Käthe-Kollwitz-Ufer. Gegenwärtig liegt der Baufortschritt gut im Plan. Im Frühjahr 2012 könnte die Waldschlößchenbrücke fertig sein.
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