Berliner Nachtleben
Fricke-Schmidbauer im Einsatz am Autobahnring
Mit einem 500 t Telekran von Liebherr setzte die Mannschaft des Braunschweigers Kranverleihers Fricke-Schmidbauer Teile einer Fahrbahnüberleitung im südlichen Teil des Berliner Rings auf ihre Stützen. Mit von der Partie: Unzählige Leute vom Straßenbauamt, der Sicherungsfirma und dem Bauunternehmen. Die Herausforderung: Da die Überleitung von der A115 auf die A10 Berliner Ring) einem Puzzle gleich zusammengesetzt werden, müssen die einzelnen Segmente hundertprozentig sitzen - eine spätere Korrektur mit den bekannten Hammerschlägen wird garantiert nicht möglich sein.
Eine Viertelstunde vor dem eigentlich Termin sperren zwei Fahrzeuge der Polizei die Autobahn und sichern so die eigentliche Baustelle quer zur Autobahn gegenüber möglichem Verkehr ab. Das Aufnahmen des Brückenteils und der Schwenk über die Fahrbahnen nimmt, wie so oft, nur wenige Minuten in Anspruch. Doch dann erfolgt die Feinjustierung - schließlich werden sich in wenigen Stunden rechts und links die entsprechenden Ergänzungen der späteren Überleitungsfahrbahn anschließen. Und hier ist viel Fingerspitzengefühl und noch mehr Feinarbeit im Millimeterbereich gefragt. Das kostet Zeit, soviel Zeit, dass die geplante "Sperrzeit" um eine Viertelstunde überzeugen wird.
Gleichfalls 115 t wiegend, zeigt sich auch der zweite Stahlkasten bei seiner Aufnahme recht launisch. In den vorgesehenen Anschlagpunkten hängend, hat das linke Ende der Konstruktion bereits einen Abstand von deutlich mehr als einem Meter zu den ursprünglichen Montagelagern, während die rechte Seite immer noch bewegungslos auf den Montageböcken liegt. Das östliche Teil der Überleitung tritt mit einer geringen Schieflage die Reise zur endgültigen Position an.
Das dritte Segment der zukünftigen Fahrbahn in Berlin macht sich derweil als Verbindung zwischen dem ersten und zweiten Teil der gesamten Konstruktion ohne nennenswerte Zwischenfälle auf den Weg. Beim vierten und letzten Segment wird die Sache nochmals spannend. Den als westlichster Teil ist es als Verbindung zwischen angeschütteter Rampe und dem ersten Teil vorgesehen - und kann so nur durch Umsetzen des Krans auf die andere Straßenseite eingehoben werden. Die Herausforderung hier: Für die Begleitfahrzeuge ist neben der Fahrbahn in Richtung Potsdam keine Parkmöglichkeit vorhanden
Am späten Sonntag Nachmittag ist es geschafft. Nach dem endgültigen Verbinden der vier Einzelteile wird die Stahlkonstruktion von oben noch von einer klassischen Betonfahrbahn verschlossen werden. Mit dem Abschluss der gesamten Arbeiten rechnet das zuständige Straßenbauamt im Jahre 2010. Dann können hoffentlich alle Einwohner Brandenburgs, Touristen und Vergnügungswilligen wieder störungsfrei in die Bundeshauptstadt gelangen und in vollen Zügen das Berliner Nachtleben genießen.
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