Liebherr veröffentlicht weitere Details zum neuen LR 13000
Mega-Lifter häppchenweise
Mit dem LR 13000, dessen Prototyp bei der Liebherr-Werk Ehingen GmbH montiert wird, erweitert Liebherr seine Raupenkran-Palette nach oben. Das neue Flaggschiff mit 3.000 t maximaler Traglast bei 12 m Ausladung erschließt eine neue Größendimension für Raupenkrane konventioneller Bauart.
Der wichtigste Einsatzbereich für den neuen LR 13000 wird der Kraftwerksbau sein. Insbesondere bei Atomkraftwerken der neuesten Generation wird das Heben extremer Stückgewichte gefordert. Hinzu kommt, dass zunehmend vormontierte Module als komplette Einheiten eingehoben werden müssen, was die Stückgewichte ebenfalls nach oben treibt. Aber auch in Raffinerien besteht zunehmend die Anforderung, Industrie-Kolonnen mit 1.500 t Gewicht und 100 m Länge aufzustellen. Immer größere Krane werden zudem für die Vormontagen von Offshore-Stahlkonstruktionen wie z.B. Ölplattformen benötigt.
Neuartige Lösungen und universelles Auslegersystem
Der neue 3.000 t-Raupenkran bietet eine maximale Systemlänge von 246 m, die in der Konfiguration von 120 m-Hauptmast und 126 m-Wippspitze erreicht wird. So ergibt sich eine maximale Hakenhöhe von 240 m. Ein neuartiges Auslegersystem bietet ein Höchstmaß an Flexibilität, denn aus dem Hauptmast und der Wippspitze können vier unterschiedliche Auslegersysteme kombiniert werden - abhängig von den Einsatzanforderungen leicht, mittelschwer, schwer und super-schwer.
Der neue LR 13000 von Liebherr ist der einzige Raupenkran dieser Größenklasse, der auch ohne Derrickballast arbeiten kann. Ermöglicht wird dies durch einen äußerst tragfähigen Drehkranz, den Liebherr selbst entwickelt und fertigt. Dieser Drehkranz kann ein hohes Drehmoment übertragen - im Gegensatz zu Lösungen anderer Hersteller mit Ringer-Systemen auf dem Raupenfahrwerk. Um ohne Derrickballast bestmögliche Tragkräfte zu erzielen, wird der serienmäßige Drehbühnenballast von 400 t auf 750 t erhöht. Damit kann der neue Kran im Teillastbereich, wenn auf der Baustelle nicht die maximalen Traglasten benötigt werden, universeller eingesetzt werden und zudem wird das Handling deutlich vereinfacht.
Am 54 m langen Derrickausleger steht ein Schwebeballastsystem zur Verfügung, das ohne Führung über den Derrickausleger stufenlos von 20 m bis 30 m Ballastradius verstellt wird. Dies hat sich bereits beim 1.350-Tonner von Liebherr, dem LR 11350, bestens bewährt. Alternativ bietet Liebherr für den LR 13000 ein neu konzipiertes Ballastwagensystem an. Dazu wird die serienmäßige Schwebeballastpalette mit Schwerlastmodulfahrzeugen (SPMT) kombiniert.
Herausforderungen für die Transportlogistik
Vor dem Hintergrund der enormen Größe und Kapazität des neuen 3.000-Tonners, der vermutlich im kommenden Jahr seinen ersten Einsatz absolvieren wird, war eine praxistaugliche Konzeption für den wirtschaftlichen Transport der Krankomponenten ein entscheidendes Kriterium. Als Ergebnis dieser konstruktiven Herausforderung überschreitet kein Einzelteil das Transportgewicht von 70 t.
Insgesamt bringt der neue LR 13000 ein Einsatzgewicht von 3.500 t auf die Waage. Darin enthalten sind 400 t Drehbühnenballast und 1.500 t Derrickballast. Die meisten Komponenten werden mit einer Höhe von 3,6 m und einer Breite von 4 m transportiert. Ein Raupenträger ist über 3,5 m hoch, 20 m lang und wiegt rund 210 t. Die 82 t schwere Kette wird abgenommen und kann zerlegt wirtschaftlich in Containern transportiert werden. Der 128 t schwere Kettenträger wird in Hälften geteilt und mit zwei Tiefladern verfahren. Der 4,5 m breite Drehkranz wird in diagonaler Position transportiert, um die Breite von 4 m nicht zu überschreiten.
Die 25 t schweren Ballastplatten sind aus Kostengründen aus armiertem Beton gefertigt. Sie haben genau das Maß eines 20-Fuß Containers und können mit einem Spreader verladen werden. Auch bei der Auslegerkonstruktion wurde auf eine wirtschaftliche Transportlogistik geachtet. So können die Zwischenstücke der Wippspitze zum Transport mit Hilfe von Laufrollen in die Zwischenstücke des Hauptauslegers eingeschoben werden.
Leistungsstarke Antriebe
Für den Antrieb des LR 13000 werden zwei Liebherr-V8-Dieselmotoren eingesetzt, die insgesamt eine Leistung von 1.000 kW/1.360 PS erbringen. Um die Kranverfügbarkeit zu erhöhen, sind sie redundant ausgeführt. Beeindruckende Dimensionen haben auch die Seile. Die Seilstärke ist 52 mm, die Länge auf den Hubwinden summiert sich jeweils auf rund 2 km und der Strangzug beträgt 62 t. Um ein Höchstmaß an Ausfallsicherheit und Wartungsfreundlichkeit sicher zu stellen, werden alle Winden über mehrere eigenständige Motoren an einer Innenverzahnung der Seiltrommel angetrieben. So kann der Kran bei Ausfall einer Antriebseinheit weiterarbeiten und die Einheit kann schnell und einfach ausgetauscht werden. D
ie 111 t schwere und 9,7 m hohe Hakenflasche für Traglasten bis 3.000 t ist modular aufgebaut und besteht aus maximal zwei Haken und sechs Rollensätzen mit je fünf Rollen. Sie kann einfach für verschiedene Einsatzzwecke konfiguriert werden. Diese konnten Besucher auf der jüngst zu Ende gegangenen bauma in München bewundern - und machten dabei vielfach von der Möglichkeit Gebrauch, sich mit dem überdimensionalen Appetithappen des kommenden 3.000-Tonners fotografieren zu lassen.
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