Kran- und Hebetechnik Fachzeitschrift - Krane, Kranvermieter, Gebrauchtkrane, Baumaschinen, Stapler
21.06.2007

Planung ist die halbe Miete

Tadano Faun stellt offenes Einsatzprogramm vor

Mit der Entwicklung eines entsprechenden Planungsprogramms, das zur Bauma offiziell Premiere feierte, will der Kran- und Hebespezialist Tadano Faun die Projektierung zukünftiger Kraneinsätze deutlich vereinfachen. Das Besondere: Nach einen Einführungsphase soll das als "KranXpert" bezeichnete Programm herstellerübergreifend nutzbar sein.

Mit der Entwicklung eines entsprechenden Planungsprogramms, das zur Bauma offiziell Premiere feierte, will der Kran- und Hebespezialist Tadano Faun die Projektierung zukünftiger Kraneinsätze deutlich vereinfachen. Das Besondere: Nach einen Einführungsphase soll das als "KranXpert" bezeichnete Programm herstellerübergreifend nutzbar sein.

Was früher vergleichsweise aufwändig mit gedruckten Traglasttabellen, Bleistift, Lineal und Papier erfolgte, findet heute dank entsprechender Software in praktisch allen Fällen nur noch am Rechner statt. Gemeint ist die solide Einsatzplanung für große und kleine Hebevorhaben. Besonders komfortabel stellt sich hierbei die elektronische Einsatzplanung dar, wenn diese notwendigen Vorarbeiten durch ein entsprechendes Equipment (z.B. Laptop) nicht nur direkt am späteren Einsatzort oder beim Kunden erledigt, sondern wenn auch der oftmals notwendige oder vorhandene Herstellermix der eingesetzten Geräte berücksichtigt werden kann.

Die Praxis stand Pate
Die "KranXpert"-Software ist nach Unternehmensangaben insbesondere auf der Basis umfangreicher Kenntnisse der alltäglichen Kran- und Hebepraxis entstanden. Nach Aussage von Tadano Faun wurde bei der Umsetzung der Idee auf eine einfache Bedienung des Programms besonders hoher Wert gelegt, schließlich sollen die Nutzer der Software von den jahrelange Erfahrungen der zurate gezogenen Experten direkt profitieren. Im Rahmen der Produktentwicklung wurden dabei im Verlauf des letzten Jahres und bis zum Beginn der Bauma zahlreiche Tests im realen Kranalltag gefahren bzw. mit bestehenden Lösungen verglichen.

Die hierbei gewonnenen (Er)kenntnisse wurden nach Angaben von Tadano Faun bei der Vervollständigung des Systems berücksichtigt, wobei die Resonanz seitens der "Testkunden" nach Aussage der Entwickler "sehr positiv" ausgefallen sind. Das "KranXpert"-Programm wird jetzt nach der Bauma zunächst für einen Zeitraum bis Mitte 2008 ausschließlich Kunden von Tadano Faun zur Verfügung stehen. Danach soll es möglich sein, auch individuelle Kranflotten einpflegen zu können.

Neuer verstellbarer Spitzenausleger
Doch ist die Planung, frei nach dem gewählten Titel, nur die halbe Miete. Die andere Hälfte steuert die Technik bei. Und die wurde gleichfalls zur Bauma mit einem weiteren technischen Highlight ergänzt. So zeigten die deutsch-japanischen Kranspezialisten in Verbindung mit dem neuen 360-Tonner auch einen hydraulisch verstellbaren Spitzenausleger, dessen Winkel über gleich zwei Hydraulikzylinder eingestellt werden kann. Dabei wird die Zusatzspitze über vier Punkte mit dem Rollenkopf verbolzt.

Die hydraulisch abwinkelbare Teleskopspitze verfügt über eine variable Länge zwischen 10,3 und 31,0 m und ist unter Teillast in einem Bereich zwischen 0° bis 60° abwinkel- und teleskopierbar. Die Spitze installiert sich, so die Angaben aus Lauf, auch auf engstem Raum in nur ca. 20 min. "fast von selbst" montieren lassen, d. h. es ist kein zusätzlicher Montagekran nötig. Die Spitze wird in Verlängerung zum Hauptausleger abgelegt. Die Montageseile und Hydraulikleitungen werden mit dem Hauptausleger verbunden. Die Hydraulik der Spitze wird dann mittels Kabelfernsteuerung betätigt.

Rollengeführte Montage
Die Montageseile der Spitze werden über Rollen am Hauptausleger geführt. Die Endösen der Seile werden durch Bolzen am Hauptausleger befestigt. Die anderen Enden der Montageseile sind fest mit dem Montagezylinder verbunden und laufen über weitere Führungsrollen in der Spitze. Beim Ausfahren des Hilfszylinders mit der Kabelfernsteuerung werden die Montageseile gespannt und ziehen die Spitze hoch zum Auslegerkopf. Die Spitze läuft dabei über Laufrollen am Boden nach.

Die Spitze wird soweit herangezogen, dass sie unten am Hauptausleger einrastet und verbolzt werden kann. Mit Hilfe der Winkelverstellung (Verstellzylinder) wird nun der obere Festpunkt in Verbolzungsposition gebracht. Auch dies geschieht mit der Kabelfernsteuerung. Ist die Spitze unten und oben verbolzt, kann sie über die Winkelverstellung angehoben werden. Die Kabelfernsteuerung wird nun nicht mehr benötigt und kann entfernt werden. Die Spitze ist einsatzfähig und wird im Arbeitsbetrieb über die Kreuzsteuerhebel betätigt.

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