10.07.2009

Erleichterung der Durchführung von Lasttest durch Wassergewichte

Foto: VFR Marine Safety

Krane leichter testen

Kran-Lasttests. Für die vorgeschriebenen Lasttestprogramme vor der Inbetriebnahme sowie für die jährlich wiederkehrenden Prüfungen/ Tests werden Prüfgewichte benötigt. Neben den Festgewichten können hier auch flexible Gewichte eingesetzt werden. So erbringt die  Firma VFR Marine Safety GmbH aus Hamburg Lasttests mit Wassersäcken der schottischen Water Weights.

Gegenüber den Festgewichten zeigen die flexiblen Gewichte Vorteile bei Transport, Handling und Sicherheit. Entwickelt wurden die so genannten waterbags zur Erbringung von Lasttests auf  Offshore-Anlagen in der Nordsee Ende der 70iger Jahre. Statt aufwendiger Transporte der Festgewichte per Frachtschiff, konnte die waterbags mit dem Hubschrauber zum Einsatzort geflogen werden. Möglich macht dieses das geringe Eigengewicht, das lediglich 1% ihres Maximalgewichtes im befüllten Zustand ausmacht.

Nach einem zuvor festgelegten „rigging-plan“ werden die Waterbags an einem Kran zur Aufhängung gebracht. Wobei an einem Anhängepunkt max. 5 x 35t gebracht werden können. Wird eine höhere Gesamtlast gefordert, sorgt eine Traverse/ Spreize für genügend Platz zur Hängung. Bei der Planung beachtet werden muss, dass die  einzelnen Wassersäcke bei Maximallast 35t ca. 7m hoch mit einem Durchmesser von 4m sind. Nachdem Aufhängen, werden die sie mit Wasser gefüllt. Wann das erforderliche Gewicht erreicht ist, messen Lastzellen, die zwischen Kran und Gewichten gehängt werden. Nach dem Test wird das Wasser  kontrolliert  mit einer Reißleine wieder abgelassen. So lassen sich Lastfälle von 1 bis zu ca.  900 /1000  t simulieren. Dank der Möglichkeit die Füllmenge während der Tests zu variieren, können verschiedene Teststufen / Lastfälle geprüft werden, ohne dass die Gewichte zwischendurch abgeriggt werden müssen.

B. Hermann, Geschäftsführerin der VFR Marine Safety sieht  waterbags als eine „geniale, einfache Erfindung“ und sagt: „Die Zeitersparnis und der Sicherheitsgewinn sind enorm. Es ist praktisch unmöglich, dass ein „waterbag“ unter Maximalbelastung zerreißt. Der Sicherheitsfaktor beträgt 6:1. Kommt es während eines Tests zu einer kritischen Situation werden die bags blitzschnell entleert und das Risiko, dass ein tatsächlicher Schaden entsteht, ist dadurch sehr gering.“ Hauptbetätigungsfeld des Unternehmens ist die Schifffahrtsindustrie und das Testen von Kranen an Bord von Schiffen oder in Häfen. „Innerhalb der letzten 9 Monate haben wir jedoch zunehmend Anfragen aus anderen Branchen erhalten Wir führen kleinere Tests mit einer Maximallast von ca. 50 to, aber auch sehr große Tests von 600-700 to durch. Unsere Erfahrung ist, dass immer mehr Kranhersteller und Kraneigner für das Testen von Kranen auf diese einfache, sichere und effiziente Technologie setzen“, so B. Hermann.

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