06.05.2009

Kübler fährt 275 t schweren Trafo zum Aufstellungsort

Foto: Kübler

Kommt ein Tragschnabel gefahren

Spezialtransporte. In der Umspannanlage Laichingen auf der schwäbischen Alb wird der Strom aus dem 380.000 Volt starken europäischen Verbundnetz für die regionale Verteilung auf 10.000 Volt transformiert. Dazu werden riesige Transformatoren benötigt, welche im abgerüsteten Zustand noch 277 t wiegen und etwa 11,0 m lang, 3,5 m breit und ca. 4,4 m hoch sind.

Wenn diese Trafos in die Revision müssen, kommt es zu immer wieder zu kurzfristigen Transporten zu und ab den Herstellerwerken. So auch im Winter 2008/2009, als dieser Transformator nach erfolgter Reparatur im Herstellerwerk in Halle/Saale zum Umspannwerk der EnBW nach Laichingen gebracht werden sollte. Ein direkter Straßentransport ist auf so großer Distanz unmöglich und ein Schiffstransport wurde auch schnell verworfen, da in geeigneter Nähe keine Schifffahrtswege vorhanden sind.

Deshalb verbliebt als letzte Möglichkeit der kombinierte Bahn-/Straßentransport. Zunächst wurde mit einem 24-achsigen Waggon der Trafo von Halle zum Bahnhof Blaubeuren gebracht. Dies ist aufgrund der Lademaße nur mit speziellen Tragschnabelwagen möglich. Den letzten Lückenschluß über 10 km Landstraße wurde dann per Lkw bewältigt. Aufgrund von Kapazitätsengpässen wurde vom Generalunternehmer Heavy Cargo+Service (aus der Bahn AG entstanden) die Spedition Kübler eingesetzt. Auf die beiden 9-achsigen Plattformwagen wurden zwei Drehschemel-Lastverteiler aufgerüstet. Anschließend konnte der Trafo mittels der Tragschnäbel hydraulisch an einem Ladegleis im Güterbahnhof übernommen werden.

Vorzeitige Abfahrt

Abends ging die Fahrt zum 10 km entfernten Umspannwerk los: Halteverbote säumten den Weg, Lampen und Ampeln waren ausgegraben. Selbst für eine 4 km lange, 8 prozentige Steigung war in Form von fünf Schwerlastzugmaschinen vorgesorgt worden. Letztlich schafften drei Zugmaschinen den Anstieg, aber aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse waren die Reservezugmaschinen bestimmt eine gute Investition. Lediglich auf das Wetter hatte man bei der Vorplanung wenig Einfluß. Pünktlich um 18.00 Uhr begann es heftig zu schneien. Vorsorglich war ein privater Streuwagen tags zuvor organisiert worden, der von nun an die Strecke vom Schnee frei hielt.

Dazu galt ein riesigen Dank aller Beteiligten an die Polizeidirektion Ehingen für die flexible Reaktion. Der Bitte, schon um 19.00 statt um 22.00 Uhr loszufahren, wurde entsprochen. Somit war die Gefahr überfrorener Straßen und weiterer Schneefälle gebannt. Nach den ersten 6,0 km Bergfahrt mußte eine Straßenbrücke umfahren werden, weshalb die Route durch den Ort Suppingen verlief. An der 90°-Kehre in der Ortsmitte hatten sich bereits viele Schaulustige versammelt und die Anwohner bangten um ihre Eckhäuser und Vorgärten. Jedoch konnte mittels handgesteuerten Lenkbewegungen der beiden Anhänger die Kurve mit einmaligem Zurücksetzen und etwas Rangieren vom Küblerteam gemeistert werden. Der Rest der Strecke war dann Routine: Noch zwei Abbiegungen, zwei mal die Fahrtrichtung wechseln und nach insgesamt vier Fahrstunden war das Ziel erreicht. Am nächsten Morgen wurde der Trafo mittels Fahrzeughydraulik auf sein Fundament verbracht und die beiden Einheiten konnten die Tragschnabelkonstruktion wieder zurück zum Bahnhof bringen, wo sie wieder auf die Bahn-Drehgestelle zurückmontiert wurden.

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