10.09.2009

Kübler fährt rekordverdächtigen Schwertransport über Werratalbrücke

Foto: Kübler

Breiten-Wirkung

Schwertransporte haben immer eine Vorgeschichte. Und wenn der Transport besonders schwer ist, kann die Vorgeschichte durchaus auch schon mal länger sein - wie bei der kürzlich erfolgten Überführung überschwerer Gussteile über die A7.

Der Schwertransport, der im vergangenen Monat in Nordhessen über die Autobahn und Bundesstraßen fuhr, hat eine Vorgeschichte bis in den vergangenen November. Damals hatte Heinz Rößler, Geschäftsführer der Gelbinger Spedition Kübler, in einem Schifffahrtsmagazin die Anzeige des hessischen Maschinenbaufabrikanten Axel Richter gelesen. Der Unternehmer suchte jemand, der bis zu 300 t schwere Gussteile vom Duisburger Hafen ins Werk nach Hessisch Lichtenau transportiert. Rößler rief an - und erhielt den Zuschlag für den Landweg ab Hann. Münden. Besondere Herausforderung dabei: Mit einem errechneten Gesamtgewicht von 500 t die bekannte Werratalbrücke auf der A7 zu befahren.

"Mir ging das Problem nicht aus dem Kopf", erinnert sich Frieder Saam. Der 44-Jährige ist Fahrer und Schwertransportspezialist in der Gelbinger Spedition. Er hatte die mutmaßliche Transportstrecke abgefahren, aber keinen Lösungsansatz gesehen. "Beim Spielen mit meinem Sohn haben wir Eisenbahnen und Lastzüge zusammengesetzt - und da ist mir spontan eine Lösung eingefallen." Noch am gleichen Abend ist er zu Hanne und Heinz Rößler in's Büro gefahren, hat die mitgebrachten Spielzeugautos auf den Schreibtisch gelegt und einen geeigneten Transportansatz aufgezeigt: Kurz vor der Werratalbrücke werden seitlich zwölf weitere Achsen so anmontiert, dass das Gewicht exakt auf den Brückenträger ruht.

Dabei stellte die Brücke nur ein Hindernis dar. Denn nach dieser folgt eine achtprozentige Steigung an. Für Saams Zugmaschine und den Lkw als Schubfahrzeug ist dies zu viel. So kommen Jörg Ohr und Micha Weber mit ihren Zugmaschinen dazu. 2340 PS ziehen und schieben nun das Gesamtgewicht von 500 Tonnen locker den Berg hinauf. Nach insgesamt vier Autobahnbrücken baut das Kübler-Team die Spezialträger und die seitlichen Achsen wieder ab. Die Mittelleitplanke ist abmontiert, Saam kreuzt die Autobahn und biegt auf die Ausfahrt Kassel-Ost ein. Danach fährt er zügig nach Hessisch Lichtenau zur Firma Richter, wo um 9.35 Uhr für alle ein Frühstück bereit steht. Nach dem Transport ist vor dem Transport: Im September kommt aus Sheffield erneut ein großes Gussteil an, dieses Mal allerdings ein Viertel schwerer. Den Transportauftrag konnte sich, wen wundert's, erneut die Spedition Kübler.


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