Bau-Kompressor auf Abwegen
CompAir-Aggregat bei Kampfmittelbeseitigung auf See
Mehrere Hunderttausend Tonnen Altmunition aus dem zweiten Weltkrieg werden in Nord- und Ostsee vermutet. Allein südöstlich der Kieler Förde sind knapp 100 Seeminen, Fliegerbomben und Torpedos ausgemacht worden. Eine Beseitigung ist nur durch Sprengung möglich.
Um die Schadwirkung bei der Sprengung zur minimieren, wird ein "Vorhang aus Luftblasen" um das Kampfmittel gelegt. Die Firma Hydrotechnik hat zusammen mit dem Innenministerium Schleswig Holstein eine Versuchsreihe durchgeführt, welche die Wirksamkeit des Luftblasenvorhanges belegt. Das Lübecker Unternehmen hat sich auf Spezialwasserbautechnik ausgerichtet. Zur Durchführung einer Versuchsreihe mieteten die Lübecker einen CompAir C 210 TS NA Turbo Screw Kompressor bei Peter Gay in Bremen an.
Um das Kampfmittel werden kreisförmig perforierte Kunststoffrohre auf dem Grund der Ostsee verlegt. Die Löcher in den Rohren haben eine definierte Größe und einen bestimmten Abstand, um die Schutzwirkung des Luftblasenvorhangs optimal entfalten zu können. Sind alle Vorbereitungen zur Sprengung abgeschlossen, wird der Kompressor gestartet und Luft eingeblasen.
Nach einigen Minuten ist dann vom Grund der Ostsee bis zur Wasseroberfläche aufsteigend ein Blasenvorhang um den Sprengpunkt aufgebaut. Es wird gezündet. Die Explosionsenergie nimmt nun bevorzugt den Weg des geringsten Widerstandes innerhalb des Blasenvorhangs in Richtung Wasseroberfläche. Das Ergebnis ist eine "sanfte" besonders die Tierwelt in der Ostsee schonende Sprengung.
Im Gegensatz zu Sprengungen in der Atmosphäre, pflanzen sich bei konventionellen Unterwassersprengungen die entstehenden Druck- und Schallwellen nahezu ungebremst fort. Die Ursache liegt darin, dass in Medien wie Wasser die sich nicht verdichten lassen, ausdehnende Gase bei der Sprengung nur sehr geringe Kompressionsarbeit verrichten können, während bei der atmosphärischen Sprengung die Gasdruckwelle die umgebende Luft verdrängt (komprimiert) und dadurch abgeschwächt wird. Die Folge ist, dass sich der Schall ungebremst im Meerwasser mit einer Schallgeschwindigkeit von ca. 1500 m/s (abhängig von Salzgehalt, Wassertiefe, Wassertemperatur) ausbreitet, während die Schallgeschwindigkeit in der Atmosphäre nur 334 m/s beträgt.
Die TurboScrew Reihe von CompAir bietet eine besondere Technik hinsichtlich Energieeffizienz und Zuverlässigkeit. Möglich wird dies durch den Einsatz des komplett neu von CompAir in Verbindung mit Cummins entwickelten Motors QSB 6,7. Die CompAir-Turbo-Screw-Fahranlagen sollen nach Aussage des Herstellers durch ihre Bi-Turbo-Technologie Klassenbeste sein, wenn es um einen geringen Kraftstoffverbrauch geht. Möglich wird dies unter anderem durch den Einsatz eines zweiten Abgasturboladers, welcher die Ansaugluft für die Schraubenverdichterstufe vorverdichtet.
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