13.11.2008

Evers liefert Groß-Traverse an MAN

Überdimensional: Anschlagen der höhenverstellbaren Zugstangen der speziell angefertigten H-Lasttraverse mit 2-Kran-Aufhängung an die Industrieturbine

Schwere Ersatzfunktion

In zahlreichen Fällen wird aus Transport- und Sicherheitsgründen das Umschlagen von Lasten unter Zuhilfenahme von geeigneten Anschlagmitteln realisiert. Eine besonders ausgefallene, weil mit ca. 280 t belastbare Traverse liefert jetzt das Unternehmen Evers in Oberhausen ab.

Der Maschinenbauer MAN Turbo AG mit Stammsitz in Oberhausen verfügt über die weltweit breiteste Produktpalette für Turbomaschinen. Als Komplettanbieter in den Bereichen Heben, Sichern, Fördern und Verpacken liefert die ebenfalls in Oberhausen ansässige Evers GmbH seit vielen Jahren die unterschiedlichsten Lastaufnahmemittel an MAN Turbo.

Auslöser für die Investition in eine 280 t schwere Traverse war ein Großauftrag auf Lieferung von acht komplexen Einheiten, ausgestattet mit Industrieturbinen und Verdichtern. Die Maschinen sind zu bis 250 t schwer und haben Abmessungen von rund 13 m Länge, 7 m Breite und 5 m Höhe. Diese Maschinen sollten vor Auslieferung an den Kunden auf dem Prüfstand der MAN Turbo AG in Oberhausen in einer Höhe von knapp sieben bzw. elf Metern unter Realbedingungen getestet werden. Die Maschinenoberkanten erreichen bis zu 15 m Höhe.

Die aus den Kundenanforderungen und der Projektzielsetzung abgeleitete 57 t schwere Traversenkonstruktion bedeutete für Evers und deren Kooperations-Partner Akzion-GKS intensive Kooperation in der Produktentwicklung und der damit verbundenen engineering-Aufgaben, der logistischen Anforderungen sowie der Ressourcenbindung in personeller als auch in materialwirtschaftlicher Hinsicht.

Normalerweise werden Traversen voreingestellt und an der Last angeschlagen, d.h. an den Kran gehängt. Stellt man fest, dass die Last nicht gerade hängt, der Schwerpunkt falsch eingestellt wurde, ist ein erneutes Ab- und Anschlagen der Last erforderlich. Dazu wird die Traverse ausgehängt, auf den Boden gesetzt und erneut eingestellt. Da man den Lastschwerpunkt nur annähernd kennt, ist dies ein Trial-and-Error-Verfahren. Manchmal wird tagelang ausprobiert, bis die Last gerade hängt.

Um zukünftig effizienter arbeiten zu können, wird die neue Traverse so konzipiert, dass ein Verstellen mit angehängter Last möglich ist. Weitere Herausforderung: Die Montagehallen von MAN Turbo sind trotz einer Erhöhung noch sehr niedrig. Die Maschinen werden in der Höhe montiert. Zwischen der Oberkante der Maschinen und Unterkante der Traverse beträgt der Zwischenraum nur 15 cm.

Die schließlich angefertigte Traverse hat eine Nenntragfähigkeit von ca. 300 t und ein Eigengewicht von ca. 55 t. Der Abstand der kranseitigen Aufhängungen ist auf ca. 16 m starr eingestellt. Dank elektrischer Antriebe ist eine Einzelverstellbarkeit der Längs- und Quertraversen möglich, jedoch nicht unter Last. An den Quertraversen werden die lastseitigen Anschlagpunkte an kugelgelagerten Kranfahrwerken aufgehängt. Die Fahrwerke lassen sich über Elektrokettenzüge stufenlos verstellen. Ein Aushängen der Traverse ist dazu nicht erforderlich. Schwerpunktverstellung in Querrichtung ist über asymetrische Anordnung der Fahrwerke relativ zum Längsträger möglich.

Der finale Aufbau der groß dimensionierten Traversenteile erfolgte bei MAN Turbo in Oberhausen. Die Funktionstüchtigkeit der Traverse wurde abschließend durch die erfolgreiche Endabnahme der außergewöhnlichen Konstruktion bestätigt.

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