08.01.2009

Hawe Hydrauliksteuerung in Schwerlastfahrzeugen

Kleine Steuerung, große Wirkung: Bei den Schwerlastmodulen von Kamag kommen zur Bedienung Hydraulik-Komponenten aus dem Hawe-Programm zum Einsatz

Überschweres von Hand bewegt

Schwere Lasten lassen sich leicht mit der Hand bewegen. Voraussetzung dafür ist eine Hydrauliksteuerung mit verschiedenen Grundfunktionen, um die Kraft für die Bewegung sinnvoll und kontrolliert einzusetzen.

Der Ulmer Spezialfahrzeughersteller Kamag verlässt sich bei ihren Modultransportern der Serie 2400 auf eine maßgeschneiderte Lösung von Hawe Hydraulik, um die Lasten anzuheben und zu transportieren. Kamag bietet Transportfahrzeuge für unterschiedliche Industriebereiche. Mit ihnen lassen sich Lasten von 15.000 t und mehr transportieren. Sogar hochempfindliche Raketenmotoren für das Space Shuttle der US-Raumfahrtbehörde NASA wurden bereits mit solchen Fahrzeugen bewegt.

Lasten dieser Größenordnung sind eine Herausforderung für das Hydrauliksystem. Mit der Lösung von Hawe Hydraulik wurde erstmals das druckunabhängige Senken und Heben der Last ermöglicht. Unabhängig davon, welches Gewicht die Last aufweist, kann der Bediener die Last stets mit der gleichen Geschwindigkeit bewegen. Vorher wurde das Senken mit einem Drosselspalt über der Steuerkante am Schieber geregelt. Je schwerer die Last war, desto schneller erfolgte das Senken. Der Fahrzeugrahmen wird über Hydraulik-Zylinder in den Pendelachsradsätzen angehoben. Diese sorgen auch für den Achsausgleich während des Transports.

Hinter der lastunabhängigen Steuerung steckt ein Load-Sensing-System, d.h. ein Lastdruck-Meldesystem. Dafür besitzt jede einzelne Sektion des Ventilverbandes eine Individualdruckwaage, mit der der Druck jedes einzelnen Verbrauchers individuell eingestellt wird. Diese sorgt dafür, dass sich der Verbraucherölstrom je nach Schieberauslenkung aufgrund des Regeldruckes und somit unabhängig vom Systemdruck und den anderen Verbrauchern einstellt. Das Load-Sensing-System kann mit Verstell- oder mit Konstantpumpen eingesetzt werden. In einem Hydrauliksystem mit Konstantpumpen verhindert eine zusätzliche Eingangsdruckwaage im Anschlussblock eine unnötige Systemerwärmung.

Die elektronische Ansteuerung der Hydraulik-Komponenten erfolgt über die programmierbare Ventilsteuerung Typ PLVC 4, die harmonisch auf die Pumpen und Ventile abgestimmt ist. Die Ankopplung an die Hydraulik-Komponenten erfolgt analog über die Eingangssignale der Joysticks. Die PLVC-Steuerung wird als intelligente Leistungsendstufe zur Ansteuerung der proportionalen Ventile verwendet. Hawe Hydraulik liefert die Steuerung einbaufertig und mit komplett anschlussfertigem Kabelbaum. Mit einer Konsole lässt sie sich einfach ins Fahrzeug integrieren.

Von der Planung bis zur Fertigstellung, einschließlich Konstruktion und Umsetzung des Systemtechnikblocks, dauerte es nach Aussage von Hawe lediglich vier Monate bis die ersten Modulfahrzeuge mit der neuen Technik ausgestattet wurden. Darüber hinaus leistet der Münchner Hydraulik-Spezialist bei Bedarf auch weiterhin technischen Support für den Modulfahrzeug-Hersteller.

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